Åsnen im Mai

01.05.2026

Langsam haben wir die Abfahrt perfektioniert. Schon am Vorabend sind die meisten Dinge gepackt und müssen nur noch irgendwie im neuen Auto untergebracht werden. Der Opel ist zwar nur ein bisschen kleiner als der Volvo, aber bei dem Gepäckvolumen zählt jeder Zentimeter.

 

Glücklicherweise sind die Wetteraussichten positiv, so dass wir die Winterklamotten zu Hause lassen können.

 

Also packt Annika das Auto, während Clemen das Gyros vom Vorabend zum -frühstück ist. Es sollen ja keine Reste im Kühlschrank bleiben. Während Annika die eher befremdlich findet, lässt sich der Hund nicht lange bitten und bietet sein Hilfe an . beim Essen, nicht beim Packen! Letzteres findet er eher gruselig.

 

Noch schnell die restlichen Tiere versorgt und dann ist um 10.30 Abfahrt angesagt. Die Fahrt bei sommerlichem Wetter ist durchaus kurzweilig. Wir machen wie immer eine Rast vor der Storebelt Brücke und legen eine Gedenksekunde ein, als wir am Parkplatz des Todes (für den Volvo) vorbeifahren.

 

Da das schwedisches Brot nur so mäßig gut ist, machen wir noch einen Stopp in Downtown Helsingör. Hier laufen wir einmal die Einkaufstr. Auf und ab. Dabei ist James der große Star. Immer wieder wollen Leute ihn streicheln und sind voll des Lobes. So viel, dass er etwas eingeschüchtert ist. Aber die Gerüche sind trotzdem spannend. Clemens springt kurz in eine Bäckerei und besorgt Brot und dann geht es auch schon wieder ins sichere Auto. Aus der Innenstadt sind es nur wenige Meter zur Fähre und wenige Minuten später sind wir auch schon in Schweden. Diesmal interessiert sich niemand vom Zoll für den Hund. Dafür müssen unsere Ausweise und Annikas Führerschein näher betrachtet werden. Immerhin erfolgt bei uns keine Alkoholkontrolle – wie bei den meisten anderen in der Schlange. Am schwedischen Feiertag sind die dänischen Kneipen und Cafés wohl ein beliebtes Ausflugsziel. 

Das Einchecken geht ganz fix. Da haben wir ja inzwischen Übung drin – und es ist eine wohltat nicht das gesamte Gepäck einzeln aufs Zimmer tragen zu müssen.

 

Wir sind irgendwie erschöpft, aber auch hungrig. Und so machen wir uns nach einer kurzen Pause aus zum „Old Times“. Plankstek wartet auf uns, dazu schwedisches Bier und vielleicht noch ein Nachtisch. Das haben wir uns verdient. Allerdings macht sich nach dem Essen die Müdigkeit noch mehr bemerkbar und so kehren wir bald wieder in unser Hotel zurück, wo der Hund artig gewartet hat und dafür ein kleines Stück Rinderfilet von Frauchen bekommt.

Es ist noch zu früh zum Schlafen und Hundi hatte auch zu wenig Bewegung. Also aufgerafft und los zu einem Törn auf der Halbinsel Oceanhamn, auf der unser Hotel liegt. Aus einem ehemaligen Industriehafen haben sie hier ein modernes Wohnviertel geschaffen, dass sich perfekt in die Hafenindustrie einpasst und trotzdem sehr wohnlich wirkt.

 

Lange halten wir trotzdem nicht mehr durch, schlüpfen schließlich unter unsere Bettdecken und schlummern friedlich ein – mit den Gedanken bereits beim leckeren Frühstücksbuffet am nächsten Morgen.

02.05.2026

An diesem Tag sollte noch sehr viel Blut fließen!!! Aber von Anfang an…

 

Nach dem gestrigen Anreisetag nach Helsingborg steht heute die letzte Etappe bis nach Hagstad am Åsnen auf dem Reiseplan. Da diese mit nur gut 2 Stunden Fahrtzeit verbunden ist, wir aber erst ab 15 Uhr ins Haus können, lassen wir den Tag langsam angehen.

 

Erst eine kleine Runde mit James um das Hotel, dann ein ausgiebiges Frühstück. Da wir letzteres im Januar nicht wirklich genießen konnten, holen wir alles heute nach. Von Rührei mit Baked Beans uns Speck, über Brötchen und Knäckebrot mit verschiedenen Belägen sowie Joghurt und Obstsalat bis hin Pfannkuchen mit Erdbeermarmelade und schwedischer Sahne ist alles dabei. Wir schlemmen uns einmal queer durch den Frühstücksraum.

 

Wieder im Zimmer merken wir, dass der Kaffee zwar so stark war, dass er Tote hätte wieder auferstehen lassen können, wir aber trotzdem noch ziemlich fertig sind von der Fahrt. Daher ruhen wir noch ein Wenig und nutzen die Tatsache aus, dass wir erst um 12 das Zimmer verlassen müssen.

 

Dann geht es aber weiter. Das gute Wetter und die Aussicht auf die Terrasse am Häuschen locken! Den obligatorischen Abstecher zum ICA in Ljungby machen wir aber trotzdem. Auch wenn das Auto aus allen Nähten platzt und der Großeinkauf daher auf abends in Växjo verschoben werden muss, benötigen wir zur Überbrückung Kaffee und Kuchen. Auch Hundefutter, das Annika in Roikier vergessen hat, soll besorgt werden.

Die Außentemperatur hat mittlerweile die 24°C erreicht, deshalb bleibt Clemens mit James im Auto und Annika springt schnell in den Laden. Beim Bezahlen merkt sie, dass sie an alles gedacht hat – nur nicht an den Kaffee. Tolle Wurst. Also die Sachen zum Auto gebracht und nochmal rein. Diesen Part übernimmt nun Clemens, währen Annika mit James im Schatten etwas auf und ab geht. Der Hund hat dazu aber wie immer keine Ruhe und so suchen sie einen strategisch günstigen Platz im Schatten, von wo aus James stur gen Eingang blicken und auf Herrchen warten kann.

 

Endlich, nach gefühlten Stunden (für den Hund), erscheint er wieder in der Drehtür. Aber was macht er da? Hastig stellt er den Einkauf ab und eilt zu etwas auf dem Boden liegenden. Dann erkennt auch Annika etwas – da liegt einer ab Boden. Ein älterer Herr ist mit seinem kleinen E-Mobil umgekippt. Annika schnappt sich aus dem Auto den Verbandskasten und stößt auf die kleine Gruppe aus zwei Frauen und einem weiteren Mann dazu, um bei der Ersten Hilfe zu helfen. Der Mann hat eine Platzwunde am Handrücken, aus der es stark blutet.

Da er in der prallen Sonne liegt, besorgt eine ICA Mitarbeiterin Regenschirme zum Abschatten und feuchte Tücher zum kühlen, die zweite Frau telefoniert mit der Ambulanz und Annika bekommt mit, dass die wohl erst gar nicht für eine solche Lappalie kommen will – ein Hoch auf das Schwedische Gesundheitssystem – und erst nachdem die Dame druck macht und der Herr artig seine zehnstellige Personennummer in das Telefon diktiert, wird ein Krankenwagen losgeschickt.

 

Annika versuch bereits mit Handschuhen, Desinfektionsmille und Verbandsmaterial die Wunde zu versorgen (eine Mitarbeiterin aus der Apotheke hatte kurz vorher irgendwelche unsterilen Wattepads auf die Wunde geklatscht, was zwar gut gemeint aber definitiv nicht förderlich war), wird aber sehr bestimmt von der Dame mit dem Telefon davon abgehalten und bekommt erst einmal einen ausführlichen Bericht darüber, wie wichtig es doch sei, dass man Wunden ausbluten lassen müsse, weil sonst der Schmutz zu einer Blutvergiftung führe. Im Prinzip ist das auch nicht komplett verkehrt, aber bei der Größe der Wunde und der Menge und Intensität an Blut, das aus dieser hervor kommt in Verbindung mit dem Alter des Herren, vermutet Annika, dass der Mann Blutverdünner nimmt und es daher doch schlauer wäre, die Blutung steril zumindest einzudämmen, bis die Ambulanz da ist.

 

Das auf Schwedisch zu erklären, übersteigt allerdings dann doch Annikas Fähigkeiten und so gibt sie nur den Hinweis, dass sie zwar keine Ärztin, aber immerhin doch Tierärztin sei und sich mit Wundversorgung auskenne. Das quittiert die andere Frau jedoch lediglich mit „Na, dann solltest Du das mit der Blutvergiftung doch wissen“ und Annika gibt schließlich auf. Der Wille zum Helfen war da. Sie verabschiedet sich und wünscht dem Herrn alles Gute.

 

Als wir den Parkplatz verlassen, kommt zum Glück die Ambulanz gerade angefahren, was und beide dann doch beruhigt. Auch wenn es sich um nichts lebensbedrohliches gehandelt hat, ist es doch gut zu wissen, dass dem Herrn schnell geholfen wird. Ob die Sanitäter eine Wundversorgung vornehmen dürfen oder sich auch erst einmal einen Vortrag von der Frau anhören müssen, bleibt reine Spekulation.

Kurz vor drei erreichen wir unser Haus und sind froh, dass wir uns bei einer Fika stärken können. Auch der Hund ist seelig, bekommt er doch sein neues Spielzeug und peest damit wie ein Derwisch durch den Garten.

 

Zu Clemens großem Glück zeigt sich gleich das Trauerschnäpperpäärchen. Ach, ist das herrlich hier! Wir genießen die Zeit. Außer einem Vogelkonzert und dem gelegentlichen Singsang einer Kettensäge in der Ferne ist es hier still, und so fällt es uns schwer, uns Aufzuraffen und nach Växjö zu fahren. Aber es steht ja noch der Großeinkauf an.

Zwei Stunden und einen laaaaangen Einkaufsbon später sind wir zurück am Haus, schnappen uns nur schnell den Hund und fahren zum Sonnenuntergang einmal kurz an den See. Auch dort ist es wie immer wunderbar ruhig, so ruhig, dass sich außer einer Ente und reichlich gigantisch großen Mücken kein Tier blicken lässt.

Auch gut, gibt es halt jetzt Abendessen. Wie sollte es anders sein, kocht Annika die traditionelle Erster-Tag-Bolognese, die wir, trotz fortgeschrittener Stunde draußen genießen. 

Den Tagesabschluss machen zwei Runden Hitster mit dem ausgeglichenen Ergebnis 1:1. So lässt es sich doch versöhnlich in den nächsten Tag schlummern!

03.05.2026

Annika ist mal vor Clemens wach und sitzt so schon um halb acht mit dem ersten Kaffee auf der Terrasse und genießt die Sonne. Eine halbe Stunde später gesellen sich dann auch die Männer dazu und nach dem Schreiben des Tagebuchs wird ausgiebig gefrühstückt.

 

Clemens hat allerdings mehr ein Auge auf die immer wieder vorbeifliegenden Trauerschnäpper als auf das Frühstück. Nach Vollendung desselben geht es dann erstmal nach Agnäs. Richtig, nach, nicht zu. Agnäs ist eine kleine Landzunge nicht weit von unserer Unterkunft mit einem sehr alten Buchenbestand. Außerdem haben wir beim letzten Mal hier Prachttaucher und Fischadler gesehen. Dieses Mal sehen wir allerdings nicht wirklich etwas, genießen aber die Sonne auf den Felsen mit Seeblick. Das geht deutlich schlechter. 

Zu Hause gibt es dann ein Mittag aus den Resten vom Vortag und Brot mit anschließender Siesta. Während die Männer sind ins Schlafzimmer verziehen, schnappt sich Annika den Liegestuhl auf der Terrasse.

 

Zum anschließenden Wachwerden mit einer Fika wechselt das Wetter abrupt. Kühler Wind zieht auf, der Himmel verdunkelt sich und es sieht nach Regen aus. Der Spuk dauert allerdings nicht sehr lange und so steht einem Abendspaziergang in Bjurkärr nichts im Wege. 

Irgendwie haben wir keine Lust auf Schleppen und lassen die Fotoapparate daher zu Hause. Unterwegs machen wir noch Scherze, was wir deshalb bestimmt alles Spannendes sehen werden.

 

Keine 200m vom Auto lässt ein vorwitziger Stein Annika sich den Erdboden etwas genauer betrachten. Das Wegknicken mit dem Knöchel und das Bremsen mit dem Knie stellen sich im Rückblick als etwas ungünstig heraus, führen aber nicht dazu, dass wir die Runde abbrechen. Nur die Harten kommen in den Garten! Und wenn der Garten wie in diesem Fall aus wunderschönen Bäumen besteht, ist der Anreiz groß genug.

Mitten auf der Strecke bleibt James plötzlich stehen und starrt in den Wald. Wenn er diesen Blick und diese Körperhaltung einnimmt, dann ist da immer etwas beachtenswertes. Meistens ein Eichhörnchen, manchmal auch ein Maus… in diesem Fall jedoch hat er einen Dachs entdeckt und artig angezeigt.

 

Vielleicht 20m neben dem Weg stöbert Gevatter Grimbart im Blattwerk nach Nahrung und interessiert sich einen feuchten Kehricht für uns! Wo waren noch gleich unsere Fotoapparate????

 

So genießen wir den Augenblick nur für uns und halten die Eindrücke mit unseren Augen (und einem schlechten Handy Video) fest. Wir sind uns einig, dass wir in den nächsten Abenden dort noch einmal vorbeischauen werden, dann auch besser ausgestattet.

Nun lockt das Abendessen: Huhn mit rotem Thaicurry und Reis. Lecker. Nach einer Spielrunde geht es dann früh zu Lager. Aus unerfindlichen Gründen möchte Annika ihren Fuß hochlegen…

04.05.2026

Der zweite Tag bricht an. Annika ist noch etwas KO von den letzten Tagen und passt noch ein wenig aufs Bett auf. Der Hund tut es ihr gleich – acht Uhr ist nun wirklich zu früh für ihn!

 

Während Annika noch in den Träumen weilt, hat Clemens das ganz große Gerät aufgebaut und sitzt mit Stativ und 600er Tele auf der Terrasse (leicht getarnt, obwohl das den Singvögeln hier ziemlich egal zu sein scheint) und versucht Mönchsgrasmücken zu fotografieren. Diese haben sich kurz gezeigt und glänzen seitdem mit Abwesenheit. Dafür zeigt sich ein Kleiber und auch die Trauerschnäpper sind hier und da immer wieder zu sehen. Dabei haben wir doch schon so viele schöne Fotos von Ihnen aus dem Vorjahr. 

Doch genug des Müßiggangs. Nach einem kleinen Mittagessen (Thai-Reste) geht es auf nach Torne. Ein kleiner Ort nur wenige Kilometer entfernt. Hier gibt es einen schönen Buchenwald mit Rundwanderweg, den wir mal ausprobieren möchten. Gesagt, getan. Den Weg verbinden wir mit einem kleinen Abstecher nach Grimslöv, wo es einen kleinen ICA Nära gibt, der hoffentlich unseren geschätzten panierten Dorsch gibt (den gab es beim großen ICA diesmal nicht). Der Weg durch den Wald ist kurzweilig und landschaftlich schön. Allerdings hat man hier auch das gesamte Potential des kleinen Waldes ausgenutzt, der zwischen zwei Straßen liegt. Ziemlich oft kommen wir direkt an Grundstücken vorbei. Aber auch am See Aasnen, der insbesondere James in seinen Bann zieht.

Nach erfolgreichem Fischkauf geht es erstmal wieder nach Hagstad. Clemens braucht eine kleine Siesta, da die Nacht für ihn ja nun doch recht zeitig geendet hat. Dann schnell eine Tasse Kaffee und los nach Bjurkärr. Schließlich haben wir noch ein Date mit dem Dachs offen. Doch trotz ausgiebiger Runde erscheint er nicht zu unserer Verabredung. Nur ein Zaunkönig beschimpft uns lauthals und wird aus Mangel an Dachsen auf den Sensor gebannt. Sehr schade, es wird allerdings nicht der letzte Versuch geblieben sein. Irgendwann erwischen wir ihn noch! 

Dafür zeigt sich das örtliche Damhirschrudel (das wir schon von vorherigen Besuchen kennen) in bestem Abendlicht. Sogar ein weißes Tier ist dabei. Also stoppen wir auf dem Waldweg und legen noch eine kleine Fotosession ein. Das fantastische Licht mit dem frischen Laub macht ordentlich was her. 

Dann aber doch schnell nach Hause zum Abendessen. Kartoffelsalat und Fisch steht auf dem Speiseplan. Das ist so schnell zubereitet wie lecker

Anschließend noch eine Runde Hitster (bei dem Annika klar überlegen ist. Welcher normale Mensch kennt schon alle Hits aus den 50er und 60er Jahren?). Zu Hause wird dringend noch die Rock/Metal Version angeschafft werden, damit Clemens auch mithalten kann.  

 

Dann ist der Tag auch schon wieder zu Ende und Annika kann nur noch müde den Kopf schütteln, als Clemens berichtet, dass es gute Chancen für Polarlichter geben soll.

05.05.2026

Auch dieser Tag beginnt mit Vögeln. Diesmal sind die kleinen Biester jedoch deutlich lebhafter und zeigen sich immer wieder. Allerdings ist das Licht nicht so wirklich schön, so dass wir beschließen, erstmal nach Växjö zum Einkaufen zu fahren. Immerhin ist der letzte Einkauf einige Tage her. Beim guten Planen lässt sich viel Zeit sparen und wir schaffen es sogar uns auf das Essen für die nächsten Tage zu einigen. Man möchte meinen, wir werden noch richtig organisiert.

 

Und wenn wir schon mal los sind (und der Hund auf das Ferienhaus aufpasst, da Einkauf nicht so seine Sache ist – zumal, wenn er nicht das Wurstregal plündern darf…) nutzen wir die Chance und fahren nach Växjö in die City und suchen „unseren“ Buchladen heim. Hier wird gründlich gestöbert und ein paar Bücher zur Verkürzung der Wartezeit auf den nächsten Urlaub bestellt. Anschließend geht es noch zum Espresso House für einen spät vormittäglichen Kaffee und eine Zimt bzw. Salty Karamell Schnecke. Sehr lecker. Auf dem Weg zum Parkplatz finden wir sogar noch einen richtigen Bäcker und erstehen ein vernünftiges Brot. Das ist hier in Schweden manchmal so eine Sache.

Dann rasch zum ICA Maxi. Der Einkauf hier ist schon Routine, allerdings wächst die Herausforderung dadurch, dass schon wieder alles umgeräumt ist und gefühlt 100.000 Rentner unterwegs sind, die alle so aussehen, als ob sie eine kilometerlange Einkaufsliste von zu Hause mitbekommen haben. Aber auch diese Herausforderung meistern wir…

 

Zuhause erstmal Mittagessen (diesmal keine Reste, es gab keine) und eine kurze Siesta, bevor wir am späten Nachmittag nach Lunnabacken im Süden des Aasnen aufbrechen. Die versprochenen blühenden Obstbäume haben zwar noch Potential nach oben, aber die Gegend ist hübsch und der Weg weist ordentliche Steigungen auf. Zunächst führt uns der Weg zu einem Hembygdsgard (einer Art Freilichtmuseum) und dann runter zum Aasnen. Hier schlängelt sich der Pfad entlang des Ufers und es gibt immer wieder schöne Ausblicke über das Wasser. Leider auch hier keine Prachttaucher, aber wir geben die Suche nicht auf. 

Apropos Suche: Auf dem Rückweg geht es noch mal beim Dachs vorbei. Es ist knapp 19 Uhr und wir gehen noch mal unsere rd 2 Km lange Runde durch den Wald. Auch dieses Mal vergeblich, aber der abendliche Wald hat etwas sehr Ruhiges und Besonnenes.

 

Da wir inzwischen recht spät dran sind, ändern wir den Essensplan spontan und begnügen uns mit Bratwurst (Chili für Clemens, für Annika Käse-Bacon und Lamm für Beide) sowie den Rest Kartoffelsalat. Dazu gibt es ein paar Scheiben des frischen Brots (sehr lecker, den Bäcker werden wir uns merken). Danach noch etwas Tagebuch schreiben, Bilder schauen, eine Runde Hitster (Annika ist unschlagbar) und ab ins Bett. Morgen ist ein neuer Tag mit neuen Herausforderungen.

06.05.2026

Es ist mittlerweile zur Routine geworden, noch vor dem Frühstück mit einem Kaffee und den Fotoapparaten auf der Terrasse zu sitzen und den diversen Vögeln fotografisch nachzustellen. Es ist wunderbar entschleunigend, wenn auch heute sehr kalt. Die Sonne verwöhnt uns zwar auch heute wieder, aber es weht ein mehr als frischer Wind.

So richtig motiviert sind wir heute beide nicht und so wendet sich Clemens nach dem Frühstück wieder seinem Fotoapparat zu, während Annika noch ein bisschen dienstlich sein muss (selbst und ständig halt…)

 

Gegen Nachmittag bekommen wir uns dann aber doch aufgerafft. Wir fahren zu einem Vogelbeobachtungsturm nach Kalsvik. Etwas schwierig gestaltet sich dort die Parkplatzfindung. Nicht, weil alles voll wäre, sondern weil nicht so genau klar ist, wo man überhaupt parken darf. 

Schließlich finden wir aber doch ein Plätzchen und machen uns auf zu dem ca 1km entfernten Turm. Clemens gibt die Hoffnung auf die Prachttaucher einfach nicht auf!

 

Der Weg dorthin führt idyllisch an einem kleinen Bachlauf entlang. Felder aus Buschwindröschen und gigantische Sumpfdotterblumen bilden Farbtupfer. Der Weg ist also kurz, aber sehr schön.

Am Turm angekommen erklimmt als erster der Hund die Plattform. Es ist immer wieder erstaunlich, wie unerschrocken er bei solchen Dingen ist. Als wir oben sind, richten wir uns erst einmal häuslich ein, machen die Apparate startklar und spähen über das Wasser. Viel zu sehen gibt es aber nicht. Außer ein paar Haubentauchern und vereinzelten Enten sind keine Tiere auf dem Wasser. Im Schilfgürtel zwitschert es zwar unaufhörlich, blicken lässt sich aber nichts.

Deshalb holt Annika zur Überbrückung die Salamisticks aus, was vor allem der Hund großartig findet. Dann geht Clemens Blick plötzlich direkt unter den Turm. Da liegt doch was auf einer umgestürzten Weide! Richtig, eine Ringelnatter versucht bei dem bedeckten Wetter noch ein paar wärmende Strahlen abzubekommen.

 

Also den Hund oben auf dem Turm abgelegt und dann runter zur Fotosession. Wir wechseln uns mehrfach mit Objektiven und Konvertern ab und lichten die geduldige Schlange aus allen uns möglichen Winkeln ab. Gar nicht so einfach, wenn man eigentlich direkt neben dem Tier steht aber einen mehrere Meter betragenden Mindestabstand einhalten muss, damit die Kameras scharf stellen können.

Irgendwann trollt sich die Schlange dann aber doch. Kein Problem, wir haben mehr als genug Bilder auf der Speicherkarte. Die Spannung auf die Fotos und auch ein bisschen Abendbrothunger treibt uns daher direkt wieder nach Hause. Der Dachs muss heute mal ohne uns auskommen.

 

Während das Essen köchelt, sichten wir Bilder. Die Ausbeute ist mehr als zufriedenstellend und es ist Mal wieder der Beweis: irgendwas sieht man Immer! Und dann ruft das Abendbrot. Es gibt gebratenen Seewolf und Rotzunge mit Bratkartoffeln und einer Soße, die laut Aufdruck Sauce Hollondaise sein soll, aber irgendwie schmeckt, wie geschmolzene Margarine mit Zitrone. Naja, ohne wäre auch gut gewesen. Der Rest ist aber sehr lecker.

Den restlichen Abend verbringen wir mit Fernsehen und Tagebuch schreiben. Dann wird geschlummert.

07.05.2026

Heute sind wir etwas zeitiger unterwegs. Nach dem Frühstück machen wir uns auf gen Hunshult, einem kleinen Naturschutzgebiet südlich von Bjurkärr. Der ca. 4km lange Wanderweg ist uns bereits aus den letzten Jahren bekannt und führt durch herrlich grünen Buchenwald. Stellenweise ist der Boden übersät mit Maiglöckchen, die allerdings noch nicht recht blühen. Lange kann es bis dahin aber nicht dauern und so merken wir uns die Stelle für ein mögliches späteres Makroshooting.

 

In dem Tümpel, in dem wir im letzten Frühjahr die Kaulquappen fotografiert hatten, herrscht Stille. Und auch sonst lässt sich kaum ein Tier blicken. Wir hören zwar einen Specht und auch einmal lautes Geruschel im Laub, können aber nichts entdecken.

Und so machen wir uns gegen Mittag wieder auf den Heimweg. Es warten Rest von Fisch und Bratkartoffeln auf uns. Dann wird relaxt. Mit der guten Ausrede „Das Licht ist gerade viel zu hart zum Fotografieren“, machen wir es uns mit unseren Büchern gemütlich.

Zum Nachmittag werden wir dann aber doch wieder aktiv. Es geht zum Blodbjerg („Blutberg“). Der Legende nach versammelten sich während des schwedisch-dänischen Krieges im 17. Jh. die Frauen der Gegend, um den Widerstand gegen die Dänen zu planen. Der Versammlungslatz wurde später als Skäggalösa („die Bartlosen“) bezeichnet – der Ort heißt noch heute so. Die Frauen bezirzten die dänischen Soldaten, boten reichlich Essen und noch viel reichlicher Bier an, und als die Männer besoffen eingeschlafen waren, schnitten die Frauen ihnen die Köpfe ab. Anschließend wuschen sie sich in der Bucht das Blut von den Leibern, die seitdem Blodviken („Blutbucht“) heißt.

 

Als Dank für Ihre Heldentat bekamen die Frauen das gleiche Erbrecht zugesprochen, wie den Männern. Als dieses Recht ende des 17. Jh. wieder aberkannt werden sollte, wurde dem damaligen König die Legende vorgelegt und er beließ es bei der Erbregelung.

Der Weg ist nicht sehr lang, aber nett zu gehen. Und zu James großer Freude führt er wieder am Wasser entlang, so dass er seine Pfoten wieder einmal ins kühle Nass stecken kann. Da der Abend zu schön ist, um gleich wieder nach Hause zu fahren, machen wir noch einen Abstecher zum Vogelturm in Husebymaden.

 

Gänsefamilien tummeln sich reichlich zu Lande und zu Wasser und wir schauen dem lustigen Treiben eine Weile zu. Dann meldet sich allerdings ein kleines Hüngerchen.

Daheim bereitet Annika Köttbullar mit Kartoffelmus und Pilzrahmsauce zu. Die Tatsache, dass sie aus irgendeinem Grund vergisst, Salz an die Hackmassen zu tun, gleicht sich damit wieder aus, dass Clemens beim Bereiten des KaPüs etwas zu viel vom weißen Gold in den Topf gerät. Wenn man also von allen Komponenten gleichzeitig etwas auf seine Gabel tut, schmeckt es hervorragend.

Lange wird der Abend heute nicht. Morgen wollen wir schon früh ins Moor und dafür wollen wir so ausgeschlafen sein, wie es nun mal geht. Trotzdem muss eine Runde Hitster noch sein. Und da geschieht das Unglaubliche: Clemens gewinnt!!!

Anschließend bereitet Annika noch den Proviant (Stullen, Salami und Kekse sowie Kaffee) vor und dann heißt es „Licht aus“.

 

08.05.2026

Der Wecker klingelt um 6 Uhr. Um 6.20 Uhr verlassen wir das Haus. Verschlafen fahren wir durch den schwedischen Morgen. Als erstes kreuzt ein Fuchs unseren Weg. Kurz bleibt er noch stehen, entschwindet dann aber wieder im Wald, ohne dass wir eine Chance auf ein Foto haben.

 

Weiter geht die Fahrt. Annika muss sich konzentrieren, die Straße ist sehr schmal und sehr kurvenreich. Plötzlich ruft Clemens: „ELCH!“. Annika stoppt und setzt mit dem Wagen zurück. Zwischen den Felsen neben der Straße hat Clemens einen Elch entdeckt, Annika sieht ihn allerdings nicht. Als wir anhalten, zieht er sich zurück und auch hier gelingt leider kein Foto.

 

Gegen 7 Uhr kommen wir am Moor an und sind, wie erwartet, die einzigen auf dem Parkplatz. Die Sonne lacht vom Himmel und es ist windstill. Also beste Bedingungen für eine Wanderung.

Erst geht es über Planken durch ein kleines Moorgebiet, wo wir ein Braunkehlchen entdecken. Dann folgt ein verschlungener Waldweg bis an den See. Mitten auf dem Weg sitzt vor und dann eine Erdkröte. Die muss natürlich als Model herhalten.

Nach ca. 3km machen wir eine Frühstückspause, essen die geschmierten Brote und trinken unseren Morgenkaffee. Eigentlich könnten wir den restlichen Tag auch einfach hier sitzen bleiben und auf das Wasser zu starren. Außerdem ruft irgendwo ein Fischader. 

Aber es nützt nix, die zweite Hälfte des Weges will auch noch erwandert werden. Weiter geht es durch den Wald. Mehr Tiere zeigen sich nicht und so kommen wir schließlich gegen 10 Uhr wieder am Auto an. Dort setzten wir uns nochmal auf eine Bank, trinken den letzten Kaffee und entdecken doch tatsächlich noch zwei Fischadler über dem Wasser. Zum Fotografieren sind sie zu weit weg, aber beobachten kann man sie gut.

 

Zu Hause sichten wir unsere Krötenbilder und holen dann noch ein bisschen Schlaf nach. Es geht doch nichts über eine ordentliche Mittagsstunde!

 

Am Nachmittag baut Clemens sein Tarnzelt auf legt sich auf die Lauer. Die Trauerschnäpper sind mal wieder sein Ziel. Gegen 17 Uhr schreitet Annika dann aber ein. Wir wollen schließlich noch einkaufen und dann heute mal ganz fein Außer Haus beim Thai essen. Und der macht um 20 Uhr zu.

Also ab ins Auto und auf mal wieder nach Växjö. Der Einkauf ist schnell erledigt, obwohl der Supermarkt wegen seiner Baumaßnahmen nun schon wieder einiges umgeräumt hat.

 

Beim Thai ist es, wie auch schon im Jahr davor sehr lecker, obwohl er eher einem Imbiss als einem Restaurant gleicht. Vor lauter Hunger vergessen wir doch tatsächlich das obligatorische Essensfoto.

 

Auf dem Heimweg geht es die altbekannten Straßen entlang. Als wir an der Stelle vorbeikommen, wo im letzten Jahr die Elchmutter mit dem Kalb stand (an der schauen wir automatisch bei jeder Vorbeifahrt ganz genau hin), sehen wir ganz hinten am Waldrand ein graues Tier stehen und sind uns sicher: ein Elch. Da wir keine Kameras dabei haben, düsen wir schnell nach Hause, schnappen uns unsere Apparate und fahren so schnell es eben geht zurück. Und wir haben Glück. Der Elch steht noch immer an der gleichen Stelle: ehr weit weg, sehr schwer gegen den immer dunkler werdenden Waldrand zu erkennen. Aber wir wollen es trotzdem versuchen. Zumindest ein Beweisfoto für das Tagebuch sollte doch drin sein!

 

Wir Parken an einer kleinen Feldeinfahrt und pirschen uns Meter für Meter, geschützt durch ein kleines Dickicht, an das Feld heran. Und wir haben Glück, das Tier steht noch an Ort und Stelle. Schnell die Kameragezückt und… dann die Ernüchterung. Es ist „nur“ ein besonders großes Reh. Kurz wissen wir nicht, ob wir enttäusche oder belustigt sein sollen, entscheiden uns dann aber für letzteres. So haben wir eben wieder eine kleine Anekdote für unsere liebe Leserschaft.

Als wir zu Hause ankommen, ist es schon fast dunkel. Der Hund darf noch einmal en bisschen der Frisbee nachjagen, dann ist Feierabend für heute. Mal sehen, was wir morgen alles Spannendes erleben.

09.05.2026

Nach dem frühen Aufstehen am Vortag gönnen wir es uns, etwas länger im Bett zu bleiben. Annika macht den Anfang und sitzt tapfer bei 7 °C und Sonnenschein auf der Terrasse. Erstaunlich, wie kalt es morgens noch ist. Trotz des wolkenfreien Himmels. Um diesen zu genießen, Frühstücken wir draußen und schmieden Pläne für den Tag. Clemens möchte gern die nähere Umgebung erkunden und schlägt vor, den kleinen Wanderweg zum See entlangzulaufen (fleißige Tagebuchleser kennen den schon, dass ist der, auf dem wir 2025 den Wildschweinschädel gefunden haben und der zu dem im letzten Jahr gemieteten Boot führt). Wir schauen rechts und links des Weges, doch ganz spannende Dinge entdecken wir nicht. Passen jedoch darauf auf, wo der Hund seine Nase hinsteckt, damit er nicht zufällig Bekanntschaft mit einer Kreuzotter macht, die es hier durchaus geben soll. Die inzwischen knapp 30 Zecken, die er sich in diesem Urlaub schon eingefangen hat, reichen schon völlig. Kleiner Tipp: Nicht mit dem (unrasierten) Bauch durchs hohe Gras streifen. Das wirkt wie ein richtiger Zeckenmagnet.

 

Da die Runde sehr kurz ist, schließen wir eine weitere Runde durch den angrenzenden Wald an. Uns begegnet eine tolle Stimmung, die nur dadurch getrübt wird, dass es keine Rundwanderwege gibt und wir den Weg hin- und wieder zurücklaufen müssen. Der Rückweg wird allerdings sehr kurzweilig, da laut krächzend ein Schwarzspecht über uns hinwegfliegt. Er scheint unsere Anwesenheit unpassend zu finden, da er uns immer umkreist und von den höchsten Wipfeln anschreit. Vielleicht ist er aber auch nur auf Brautschau, da wir noch einen zweiten Schwarzspecht sehen und dann das charakteristische lange Trommeln wahrnehmen. Ein schönes Erlebnis.

 

Fast wieder zu Hause angekommen bleibt der Hund plötzlich stehen und zeigt etwas an. Wir schauen nach und erkennen ein Rascheln im Unterholz. Eine Maus? Es wird immer wilder, dort zwischen den alten Buchenblättern. Wir gehen etwas näher und sehen zwei Blindschleichenmännchen, die ihren Kommentkampf ausführen. Dabei geht es heftig zur Sache. Wir schießen ein paar Dokumentationsbilder und verlassen die Kampfarena wieder. Gleichzeitig sind wir sehr stolz auf unseren Hund, der so etwas anzeigt, ohne direkt zum Ort des Geschehens zu laufen.

Voller Eindrücke gehen wir nach Hause und legen eine Lesestunde ein. Frisch erholt geht es später (nach den Resten der Köttbullar) noch einmal in die Nähe von Grimslöv, wo es einen sehr kurzen Rundweg mit sehr vielen Buschwindröschen geben soll. Dieser ist (als wir ihn den gefunden haben) in der Tat beeindruckend. Annika macht Fotos vom Hund, Clemens von Waldblumen. 

Auf dem Rückweg geht es noch einmal auf einen Vogelbeobachtungsturm, von dem aus wir lediglich ein paar Gänse sehen. In der Ferne fliegt etwas vorbei, was ein Seeadler sein könnte. Dann ab nach Hause, wo wir grillen wollen. 

Vorher muss Clemens aber noch sein neues Makrospielzeug ausprobieren (Zwischenringe), da im Garten bereits einige Maiglöckchen mit dem Blühen begonnen haben. 

Wir grillen zwar draußen, das Essen findet dann aber drinnen statt. Inzwischen ist es doch recht kalt geworden, da der Wind etwas aufgefrischt hat. Es schmeckt vorzüglich und nach einer kurzen Runde Hitster (auch diesmal gewinnt Clemens) beenden wir den Tag, da Morgen angeblich ein neuer kommen soll.

10.05.2026

Irgendwie haben wir beide nicht gut geschlafen und sind unfit. Auch das Wetter ist ausnahmsweise nur mäßig gut. Daher tun wir uns etwas schwer, uns für irgendeine Unternehmung aufzuraffen. Schließlich ziehen wir nach dem Frühstück dann aber doch los. Auf der Hunhultrunde gibt es eine Schleife, die wir bisher auf unseren Touren immer ausgelassen haben. Die gilt es heute zu erwandern und zu entdecken. So stapfen wir frohen Mutes los und freuen uns, dass auf dem Wanderweg – anders als überall um uns herum, es ist schließlich Sonntag – nichts los ist. Die Tour dauert in gemütlichem Tempo sage und schreibe 19 Minuten, ist ganze 750m lang und vollkommen unspektakulär. Okay, das hätten wir uns auch sparen können. Auch der Hund ist irritiert, als wir, kaum losgegangen, schon wieder am Auto stehen.

 

So machen wir ne Rentnertour mit dem Auto weiter und umrunden die Bucht, an der unser Ferienhaus liegt. Dabei passieren wir einige Brücken und kommen den Ufern sehr nahe. Und da sehen wir sie: Clemens lang ersehnten Prachttaucher. Ein Pärchen schwimmt ganz ufernah. Also nix wie raus aus dem Auto, das Tele geschnappt und Bilder gemacht. So ganz ist ihnen ihr Paparazzo aber nicht geheuer und sie steuern auf die Mitte des Sees zu. Die Zeit hat trotzdem gereicht für schöne Fotos und wir beschließen zum Abend nochmal vorbeizukommen. Vielleicht haben wir ja nochmal Glück.

Aber erstmal machen wir eine Mittagsstunde und holen den fehlenden Nachtschlaf nach, was auch James gar nicht so schlecht findet.

Gegend Abend geht es dann nochmal los. Erst fahren wir zu den Prachttauchern, die sich aber nicht blicken lassen. Danach wollen wir beim Dachs vorbeischauen. Wir bleiben eine ganze Weile im Wald, aber nichts rührt sich. Nur zwei Österreicher sind im Wald unterwegs und fragen – sichtlich beeindruckt von den langen Objektiven – was es denn hier zu sehen gäbe. Da sie auch mit der Kamera unterwegs sind, verraten wir unser Zielobjekt. Wir sind sicher, dass auch sie den restlichen Weg die Augen offenhalten. 

Als es zu dunkel zum Fotografieren wird, treten wir den Rückweg an. Kurz hinter dem Parkplatz sitz ein kleiner unscheinbarer Vogel mitten auf der Straße. Erst als wir ganz dicht vor ihm sind, fliegt er auf einen großen Stein unweit des Autos. Naja, dann muss er halt herhalten für ein Fotoshooting. Bei näherer Betrachtung erkennen wir, dass es sich um einen weiblichen Steinschmätzer handelt. Von den männlichen Vertretern haben wir schon einige Fotos, aber von einem Weibchen ist es das erste. Was für ein Glück auch, dass die Dame extrem geduldig und unbeeindruckt von uns ist. So können wir sie von verschiedenen Seiten aus dem Auto heraus ablichten.

Plötzlich sieht Annika im Augenwinkel einen Schatten. In rasender Geschwindigkeit schießt aus dem Wald von links ein Dachs keine 3m vor dem (stehenden) Auto hervor, rast dann etwas die Straße vor uns her und biegt dann nach rechts in eine Trockengraswiese ab, in der er so schnell wieder verschwindet, wie er gekommen ist. Wir sind belustigt und verblüfft zugleich: einerseits über die enorme Schnelligkeit, andererseits über die doch sehr drollige Laufweise. Für ein Foto war natürlich überhaupt keine Chance, aber es war mal wieder ein unglaublich schönes Erlebnis.

 

Mit diesen Eindrücken geht es nach Hause, wo Clemens heute mal der Küchenchef ist und eine sehr leckerer Tortellinipfanne zaubert.

Wir spielen noch ein paar Runden Rummikub und verziehen uns dann in unsere Gemächer. Der Wetterbericht sagt für morgen nichts Gutes voraus. Mal schauen, was wir dann so anstellen.

11. Mai 2026

Endlich mal ein Wetterbericht, der hält, was er verspricht. Am Himmel tummeln sich dunkle Wolken und die Temperatur liegt bei ca. 7 °C. Kein Wetter, um früh aufzustehen. Irgendwann kriechen wir dann trotzdem aus unseren Betten und Clemens setzt sich tapfer mit dem Fotoapparat in sein Tarnzelt, während Annika es lediglich mit einem Buch und nem Kaffee bis auf das Sofa schafft. Als der Regen immer stärker wird, gibt Clemens schließlich (erfolglos) auf und wir frühstücken erstmal ausgiebig. Für lange Touren scheint der Tag nicht geeignet.

 

Gegen Nachmittag trennen sich dann unsere Wege. Während Annika weiter das Lesen bevorzugt und lediglich mit dem Hund eine Runde durch den Hauswald macht, fährt Clemens nochmal los auf der Suche nach den Prachttauchern. Die lassen sich zwar nicht blicken, dafür aber zwei sehr elegante Kraniche.

Gegen Abend gehen, bzw. fahren wir auf Elchsafari. Das Wetter ist perfekt dafür – es regnet noch immer in Strömen. Nur wissen das leider die Elche nicht und so kommen wir ohne weitere Fotos nach Hause.

 

Zum Abendessen gibt es die restlichen Tortellini und danach ein EXIT-Spiel. So geht ein sehr unspektakulärer, aber dafür umso entspannterer Tag zu Ende.

12. Mai 2026

Heute erwartet uns mal wieder ein unspektakulärer Einkaufstag. Da die Fahrt zu ICA nach Växjö nur knapp 40 Km sind, versuchen wir nur jeden dritten Tag zum Einkaufen zu fahren. Bisher gelingt uns das auch ganz gut. Heute trifft sich das besonders gut, da in unserem Ferienhaus ein paar Arbeiten am Wasserfilter durchgeführt werden müssen (das Haus hat einen eigenen Brunnen) und während der Arbeiten das Wasser abgestellt werden muss. So lernen wir auch endlich mal unsere Vermieterin kennen.

 

Das Wetter ist deutlich kälter als an den vergangenen Tagen. Die Eisheiligen (Järnnatten) schlagen auch in Schweden zu. Als erstes führt uns unser Weg in den Buchladen, in dem wir inzwischen Stammkunden sind. Hier hatten wir zur Verbesserung unserer Schwedisch Kenntnisse einige Bücher bestellt, die nun angekommen sind. Der Lesestoff für die restlichen Urlaubstage ist somit gesichert. Während Clemens schwedische Krimis liest, sind es bei Annika Feelgood-Romane, die sich relativ leicht lesen lassen. (Clemens ist geübter im Lesen, Annika im Sprechen – so ergänzen wir uns gut).

 

Dann geht es durch einige Baumärkte, da wir noch einen Postkasten brauchen. Diesen finden wir nicht, dafür aber ein sehr schwedisch-schönes Futterhaus für die heimische Vogelfütterung. 

Bei ICA geht wieder alles ganz schnell. Wir wissen ganz gut was wir brauchen, und die einzige Herausforderung ist, dass immer noch umgebaut wird und die Waren nun zum 4. Mal ihren Platz gewechselt haben. Sonst wäre es auch irgendwie zu langweilig. Die größeren ICA-Märkte in Schweden haben oft ein Salatbuffet, bei dem sich verschiedene leckere Salate zusammenstellen lassen. So auch dieser. Wir füllen daher unsere Schalen, um auf dem Rückweg halt zu machen und an einem schönen Platz Mittag zu essen. Erst geht es aber in den Fischladen, wo wir ein Kilo Havskräftor (Kaisergranat) erstehen.

 

Das Mittagessen findet zwar an einem schönen Ort an einem größeren See statt, dem Bergundasjön, doch können wir das mitgebrachte Essen nicht so richtig genießen. Zu den 7 Grad und Nieselregen ist nun auch ein sehr kalter, unangenehmer Wind aufgekommen. Also essen wir schnell auf und fahren wieder in unser gemütliches Haus. Dort sind die Handwerker inzwischen fertig und bei uns ist erstmal Siesta angesagt. Ist ja schließlich Urlaub. 

Den Nachmittag verbringen wir mit Lesen und Fotografieren (Clemens bezieht noch mal sein Tarnzelt). Währenddessen mariniert Annika die Havskräftor. Diese sind praktischerweise vorgekocht, so dass sie nur noch wenige Minuten in den Ofen müssen. Dazu gibt es Salat und Brot von Växjös bestem Bäcker. (PM & Vänner – Bröd och Sovel am Teatertorg).  Was für ein Festmahl!

Den Abend lassen wir ruhig angehen. Wir spielen noch ein paar Runden und abends gibt es ganz landestypisch Inga Lindström. Morgen warten ein neuer Tag und ein neuer Ausflug.

13.05.2026

Der Wetterbericht ist mittelprächtig. Die erste Tageshälfte soll es noch trocken sein, zum Nachmittag hin ist Regen angesagt. Daher wollen wir unsere geplante Wanderung in Osaby gleich nach dem Frühstück beginnen.

Auch in Osaby sind wir im letzten Jahr schon gewesen und wollen heute die 3,6km lange Runde durch Wiesen, Wald und am See noch einmal laufen, in der Hoffnung, vielleicht doch noch den ein oder anderen Prachttaucher zu sehen.

 

Als wir am Parkplatz ankommen, picknickt dort gerade vermutlich der örtliche Alt-Herren-Ornithologen-Club. Etwa zehn Männer jenseits der 70 in ähnlich naturnah gefärbter Bekleidung und auch sonst sich sehr ähnlich sehend, bewaffnet mit Spektiven und Feldstechern, essen und schwatzen munter beim Essen. Sogar deren Geschirr ist in Tarnfarben.

 

Wir hoffen, dass sie ihre morgendliche Birdingtour bereits hinter sich haben und wir auf unserer Runde alleine bleiben. Die Hoffnung erfüllt sich. Wir wandern erst durch Wiesen mit sehr alten Eichen und halten Ausschau nach Waldkäuzen, die sich hier gerne tummeln sollen, entdecken aber leider keine.

Als wir dann in den Wald kommen, erklingt der typische Ruf eines Schwarzspechtes und anschließen auch sein langgezogenes Trommeln. Wir können ihn im dichten Blätterwald nicht sehen, lauschen ihm aber eine Weile.

Am See dann die Enttäuschung. Kein Vogel weit und breit. Lediglich eine auf einem Felsen im Wasser brütende Möwe ist zu sehen. Wo sind die denn alle?

Der Weg schlängelt sich weiter am See entlang. In einer weiteren Bucht finden wir noch eine brütende Möwe und Clemens versuch sie abzulichten. Zumindest ein paar Fotos brauchen wir schließlich für unser Tagebuch. Da sieht Annika einen Schatten über das Wasser huschen. Eine Limikole fliegt vorüber und setzt sich auf eine kleine Insel gegenüber von uns. Der quirlige Vogel ist gar nicht so leicht zu fotografieren, fliegt von Stein zu Stein und verschwindet dann auf der Rückseite der Insel und somit aus unserem Blickfeld. Es stellt sich heraus, dass es sich um einen Flussuferläufer gehandelt hat, eine seltene Art, die in Deutschland auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft wird. Na, das ist doch mal ein Fund!

Der restliche Weg ist schön, aber ohne weitere Sichtungen. Und so langsam stellt sich bei uns ein kleines Mittagshüngerchen ein. Da kein geeignetes Café oder ähnliches in der Nähe ist, in das wir einkehren könnten, fahren wir nach Hause uns machen uns da was zu essen.

 

Für den Nachmittag hat sich auch noch einmal unsere Vermieterin angekündigt, die den gigantischen (defekten) Grill austauschen will. Kaum haben wir unsere Brote verspeist und eine Partie Rummikubb begonnen, da klopft es auch schon. Schnell ein paar Worte gewechselt, dann sind Mutter und Sohn auch schon wieder weg und wir können in Ruhe unsere Fika fortsetzen – mit Prinsesstårta.

Nun hat auch der vorhergesagte Regen eingesetzt und nach einer kleinen Siesta verzieht sich Clemens wieder in sein Tarnzelt. Jedoch lässt sich auch heute nichts Vernünftiges blicken.

 

So langsam geht es auf 19 Uhr zu, es hat sich beständig eingeregnet und es wird langsam dunkel. Das ist für uns das Zeichen auf unsere fast tägliche Elchsafari zu gehen. Wir schnappen unsere Kameras und fahren los. Es ist immer die gleiche Strecke einmal rund um „unsere“ Bucht, ca. 25km: von Hagstad südlich über Hunshult, dann die G685 Richtung Kalvsvik, über Hårestorp rüber nach Vrankunge und zurück nach Hagstad. Und das Ganze dann teilweise in Schritttempo. Unser Traum wäre es, endlich mal einen Elch in vernünftigem Fotoabstand und dann – mit ganz viel Glück – in den wunderschönen Birkenwäldern zu erwischen.

 

Kurz hinter der Abfahrt nach Bjurkärr ruft Annika: „Da ist einer!“ stoppt den Wagen und setzt vorsichtig zurück. Und tatsächlich, gut getarnt zwischen den Buchen steht eine Elchkuh. Allerdings zeigt die sich nicht so begeistert von uns und verzieht sich in das Dickicht. Trotzdem bekommen wir ein paar nette Fotos hin. Juhuuu, wir haben endlich einen Elch gesehen!!!

Sollen wir die Runde fortsetzen, oder sind wir zu neugierig auf unsere Fotos und drehen wieder um? Nein, nun sind wir schon mal unterwegs, da fahren wir auch weiter. Kurz hinter Hunshult erblickt Annika durch das Seitenfenster wieder einen großen Schatten an einem Stichweg. Nein, es sind zwei!

 

Wieder anhalten, wieder zurückstoppen. Aus dem Auto bekommen wir aber keinen guten Blickwinkel. Deshalb entscheiden wir uns, so leise wie möglich auszusteigen und uns etwas anzupirschen. Das ist allerdings sehr riskant, da die Tiere nur ca. 50m von uns entfernt stehen. Aber wie sagte schon Annikas alter Hautarzt: „Versuch macht klug und Nickel bringt Pickel!“

 

Und siehe da: sie bemerken uns, schauen uns eine Weile an und beschließen scheinbar, dass von uns keine Gefahr auszugehen schein. Die Elchkuh und ihr halbstarkes Kalb nehmen das Fressen wieder auf und kommen sogar dabei auf uns zu. Zum Schluss sind es vielleicht 30m die uns voneinander trennen. Friedlich und entspannt fressen sie die frischen Blätter, wobei die Elchkuh und dabei nie ganz aus den Augen lässt. Bestimmt 20 Minuten verbringen wir Zeit mit den beiden, fotografieren und beobachten sie und genießen einfach den unbeschreiblichen Moment. 

Dann kommt leider ein Auto angerauscht und vertreibt mit seinem lauten Motorengeräusch nicht nur die wohltuende Stille, sondern auch Mutti und Kind. Egal, wir haben mehr als genug Bilder auf unseren Speicherkarten und vor allem in unserem Gedächtnis!

 

Beseelt fahren wir die Runde zu Ende, sehen aber nichts weiter. Was hätte das auch toppen sollen?!

Zurück im Haus werden parallel die Bilder heruntergeladen und das Abendessen gekocht. Es gibt heute Pappardelle mit Rinderfilet, grünem Spargel und Pilzen. Ein würdiger Abschluss für diesen Tag!

14.05.2026

Laaangweilig! Meine Eltern sind laaangweilig!! Nie, aber wirklich nie kümmern sie sich mal um mich. Naja gut, ab und zu, aber wirklich nur ganz selten, spielen sie mal mit der blauen Scheibe mit mir. Aber erst, nachdem ich Stunden – ach was TAGE – danach betteln musste.

 

Heute ist auch wieder so ein Tag. Da macht Mama morgens erst einen Kaffee für Papa und sich, bevor sie mit mir spielen geht. Das ist doch wirklich tierschutzwidrig.

 

Und beim Frühstück bekomme ich auch wieder nur ganz wenig ab. Dabei riecht die Elchsalami doch so verführerisch. Zur Strafe sabbere ich meinen Eltern die Knie nass. 

Als Papa sein langes Gerät rausholt uns Mama sich in den Liegestuhl fläzt ist mir sofort klar, dass ich wieder einmal abgemeldet bin. Dann lege ich mich halt unter den Tisch und schmolle eine Runde.

Und dann ist auch noch der Wettergott gegen mich. Nicht nur, dass es anfängt zu regnen, nein, plötzlich kommen große runde harte Dinger vom Himmel. Da flüchten wir ganz schnell ins Haus. Mama brummelt was von den „blöden Eisheiligen“. Okay, so richtig heilig finde ich Eis nun nicht. Aber lecker. Vor allem Vanille. Also ich finde das nicht blöd. Apropos… hatten wir davon nicht noch welches im Froster? Muss ich nachher mal aufpassen, nicht dass die das heimlich ohne mich essen!

 

Als dann doch wieder alles draußen trocken ist, kommt Mama endlich mal auf eine gute Idee. Sie geht in den Schuppen und holt das fahrende Ding mit den zwei Rädern raus (Mamma nennt das Gurke, weiß auch nicht warum). Neben dem darf ich immer so richtig schön schnell rennen und Mama bekommt beim Fahren immer so einen lustigen roten Kopf.

 

Sie sagt irgendwas von Radtour. Papa hat dazu scheinbar keine Lust und will lieber zu irgendwelchen Vögeln. Soll er doch, hab ich jetzt halt Quality Time mit Mama.

Huiii und dann geht es auch schon los, erst durch einen Wald, da darf ich freilaufen und nach Herzenslust fetzen und schnüffeln. An der Straße muss ich dann aber wieder an die Leine. Ist aber okay, kann ja immer noch rennen.

 

Mama könnte allerdings echt besser in Schuss sein. Sie behauptet, ich bräuchte eine Trinkpause, wirkt aber selbst froh darüber, auch nen Schluck trinken zu können. Irgendwann höre ich ein vertrautes Geräusch auf uns zukommen. Ist das nicht Mamas Auto? Aber die sitzt doch auf der Gurke neben mir! Ach schau, da steigt ja Papa aus dem Auto. Ich freu mich zwar ihn zu sehen, aber irgendwie könnte ich auch gut jetzt weiter. Bin doch gerade erst warmgelaufen.

Dann fährt Papa wieder und wir auch. Ein bisschen peinlich ist es mir schon, als Mama ein Stück schieben muss, weil sie meint, ich müsste mal etwas verschnaufen. Dabei ist ihr eigentlich nur die Straße zu steil und sie nimmt mich mal wieder als Ausrede. Tse!

 

15km – 1,5 Stunden - sind wir unterwegs. Als wir wieder am Haus sind, schaue ich als erstes Nach, ob meine Scheibe noch da ist – und ob mir die vielleicht jemand werfen könnte. Hatte ja schließlich noch keine Bewegung heute. Und mit mir machen tut ja auch niemals jemand was!

 

Aber Pustekucken. Papa liegt aus dem Rasen, schon wieder dieses blöde Fototeil vor der Nase und Mama verschwindet unter der Dusche. Hat die wirklich von dem Bisschen Gurkefahren geschwitzt? Man, man, man, ich muss die echt besser trainieren.

Und dann fahren die tatsächlich ohne mich weg. Elchsafari, sagen sie. Na sollen sie doch. Ich würde es zwar niemals vor ihnen zugeben, aber ein ganz klitzekleines Bisschen bin ich doch geschafft.

Vom Abendessen bekomme ich dann auch was ab. Ein bisschen Fisch und vor allem Speckwürfelchen. Lecker.

Ach ja, war da nicht noch was? Richtig! Genau wie ich es mir gedacht habe, schlemmen meine Alten noch genüsslich ein Eis. Man gut, ich passe auf. So bekomme ich davon auch noch ne Ecke ab. Eigentlich sind sie ja doch ganz in Ordnung, meine Alten.

15. Mai 2026

Und schon ist er da, der letzte Tag. Ein bisschen wundern wird uns, dass es erst jetzt so weit ist, da wir den Eindruck haben schon viele Wochen in Schweden zu sein. Aber jeder Urlaub geht einmal zu Ende und da wir schon in 13,5 Wochen wieder losfahren, freuen wir uns einfach aufs nächste Mal.

 

Bis dahin wollen wir unsere Zeit am Åsnen noch nutzen. Deshalb geht es heute auf die Halbinsel Getnö. Diese liegt etwa 45 Minuten von unserem Haus entfernt (genaugenommen sind es wohl nur ein paar Kilometer Luftlinie, aber es ist immer der See dazwischen). Getnö liegt im südlichen Teil des Åsnen, gegenüber der Toftåsa Myr, die wir vor ein paar Tagen am frühen Morgen schon besucht haben. Schon die Anfahrt ist spannend. Ein paar Kilometer vor unserem Ziel springt ein Baummarder über die Straße. Ein toller Anblick – leider viel zu kurz. Deswegen malt Annika jetzt einen Baummarder für Euch, da wir nicht fotografieren konnten… (Leider war das Ergebnis nicht jugendfrei und wir können es hier nicht zeigen)

 

Vom Campingplatz aus gibt es eine abwechslungsreiche Runde durch den Wald und am See entlang, die wir uns vorgenommen haben. Die 5 Km müssten gut zu schaffen sein. Auf dem Hinweg sehen wir noch einen Fischadler, der nach Beute Ausschau hält. Allerdings kommt gerade eine Gruppe Kanufahrer, so dass er schnell weiterzieht.

Im Wald führt uns der Weg an einen größeren Weiher, an dem Greifvögel auf Fischzug gehen sollen. Wir klettern also auf den Beobachtungsturm, der seit unserem Besuch im letzten Jahr gründlich renoviert wurde. (Letztes Jahr hat er sich gefährlich geneigt, als wir oben angekommen waren). Leider ist es recht windig und der Himmel wolkenverhangen. Greifvögel sind weit und breit nicht zu sehen, so dass wir wieder weiterwandern. Der Weg ist wunderschön, auch wenn keine großen Entdeckungen auf uns warten (außer reichlich Elchsch...).

 

Aber auch die kleinen Dinge sind sehenswert. Neben vielen schönen Pflanzen sehen wir Libellen (Schwarze Moorlibelle) und Brombeer-Zipfelfalter (ja, der heißt wirklich so und wohnt im Übrigen auf Heidelbeeren, wenn grad keine Brombeeren zur Hand sind). 

Kurz darauf kommt der Campingplatz wieder in Sicht und wir begeben uns auf den Heimweg. Da fliegt uns schließlich noch ein Grünspecht über die Motorhaube und verschwindet wieder so schnell er gekommen ist.

Nun aber schnell heim. Schließlich haben wir noch etwas Programm. Und anders als der Hund denkt, besteht dies nicht im Werfen von Gegenständen mit dem Zwecke des Apportierens.

 

Zunächst müssen wir noch in den Buchladen, da eines der bestellten Bücher zu spät angekommen war. Und wenn wir dann schon in der großen Stadt sind, gehen wir doch gleich beim Inder essen. Diesmal probieren wir einen neuen. Das Redford Indian Tandoori Restaurang. Von außen eher wenig einladend, aber das Essen ist richtig gut. Annika genießt ein Tikka Butter Masala (natürlich mit Cashewkernen). Clemens wählt das Korai mit viel Chili.

 

Nach dem erfolgreichen Essen geht’s dann noch zu ICA um die allernötigsten Dinge zu kaufen, auf die wir in den nächsten Monaten so gar nicht verzichten können.

 

Dann wieder ab ins Haus und früh zu Bett. Schließlich müssen wir Morgen zeitig aufstehen damit wir zwischen zehn und elf Uhr loskommen.

 

16.05.2026

Gesagt, getan. Der Wecker klingelt um acht und wir starten mit einer Tasse Kaffee. Danach geht’s ans Packen. Das geht erfreulich schnell, doch Annika hat ordentlich damit zu tun die ganzen Sachen Tetris-mäßig ins Auto zu stapeln. Der Insignia hat dann doch ein rd. 70 Liter kleineres Kofferraumvolumen. Aber auch das bekommt sie gut hin und dann rollen wir etwas wehmütig vom Grundstück. Wir sind uns aber sicher: Wir kommen wieder.

Die Fahrt geht recht schnell und ist außerdem sehr unspektakulär. Bevor wir die Öresundsbrücke erreichen, gibt es noch eine Wurst zum Frühstück. Annika nimmt Ost & Bacon und Clemens zwei dänische Bockwüstenmit Kartoffelpüree. Das ist etwas sehr Schwedisches. In Flensburg angekommen besorgen wir schnell einen Abendbrotsdöner und dann geht es auch schon wieder ans Auspacken.

 

Bei der Garteninspektion (auch hier glauben wir kaum, dass wir nur 2 Wochen weg waren) begrüßt uns noch ein freundliches Reh am Nachbarrapsfeld. Das versöhnt uns irgendwie mit dem wieder hier sein.

Die Tour hat sehr viel Spaß gemacht, wir haben viel gesehen und fühlen uns mal wieder darin bestätigt, dass Schweden einfach unser Land ist. 

ENDE

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Copyright by Annika Teschendorf