Rydaholm Winter 2026

Dieses Mal hatten wir uns ernsthaft überlegt, ob wir überhaupt ein Tagebuch schreiben sollen. Es sind ja nur ein paar Tage, die wir in Schweden verbringen wollen, da wird sicherlich nicht viel Aufregendes passieren. Und langweilen wollen wir ja auch niemanden mit unserem Geschreibsel. Tja, und dann kam alles anders als geplant…

 

09.01.2026

Wir packen. Da die vergangenen Tage für uns beide extrem arbeitsreich waren, sind wir vorher einfach nicht dazu gekommen. Nun müssen wir uns eben ein bisschen beeilen, wenn wir nicht zu spät loskommen wolle. Zum Glück ist Annika ja bereits geübt im Volvo-Tetris und so ist der rote Flitzer gut bestückt gegen 11 Uhr abfahrbereit.

 

Ein gutes Gefühl ist es auch zu wissen, dass er erst vor 2 Tagen TÜV und Inspektion sowie neue Winterreifen bekommen hat, denn in Schweden soll ordentlich Schnee liegen und auch die Fahrt könnte etwas schlüpfrig werden, da Sturmtief Elli nicht nur ordentlich Wind, sondern auch heftige Schneeverwehungen verspricht.

Zunächst kommen wir ganz gut durch, allerdings stehen wir bereits kurz hinter der Grenze an der Autobahnauffahrt Kruså im Stau. Die Fahrbahn ist zugeweht, erst einmal geht nix mehr. Zu lange müssen wir aber zum Glück nicht warten, bis die Reise weitergeht.

 

Danach ist alles völlig unproblematisch. Wie immer machen wir eine kurze Rast vor der Storebeltbrück (eine sehr kurze, da man es in dem eiskalten Wind nicht lange aushält) und dann geht es weiter zur Fähre nach Helsingoer. Unser erstes Etappenziel heißt Helsingborg, direkt am anderen Ufer, wo wir bei Planksteak in Annikas Geburtstag reinschlemmen wollen.

 

Etwas 10km vor dem Fährhafen, mitten auf einer vielbefahrenen Landstraße gibt es plötzlich ein dumpfes PFUMP, der Wagen nimmt kein Gas mehr an, rollt aus und bleibt schließlich stehen. Der Motor gibt keinen Mucks mehr von sich. Selbst der Warnblinker setzt immer wieder aus, was bei der bereits eingetretenen Dämmerung ein zusätzliches Problem an der Stelle ist. Durch Zufall kommt eine Polizeistreife vorbei, sichert uns mit Blaulicht ab und hilft, den Wagen ca. 200m weiter in eine Parkbucht zu schieben.

 

Nun ist guter Rat erst einmal teuer. Natürlich können wir im Motorraum soweit nichts erkennen, außer, dass irgendwo Flüssigkeit ausläuft. Annika ruft beim ADAC an, dort wird ihr aber mitgeteilt, dass Ihr aktueller Schutz nicht im Ausland greift und auch kein spontanes Upgrading möglich ist. Bei der HUK ist Annika dann erfolgreicher, die Versicherung nimmt den Fall auf und will einen Abschleppdienst beauftragen (Schutzbrief sei Dank).

 

Dann heißt es warten. Kurz lassen wir den Hund raus, aber mehr als die 100m in der Parkbucht auf- und abgehen ist nicht drin, außerdem ist es weiterhin empfindlich kalt. Also wieder rein ins Auto, das allerdings temperaturtechnisch auch so langsam nicht mehr angenehm ist. Und die ganze Zeit die Frage, wie es nun weitergeht. Wie kommen wir nach Schweden ins Hotel? Was passiert mit dem Volvo? Müssen wir den Urlaub abbrechen? Und und und…

 

Clemens versucht sein Bestes, um Annika vor dem Nervenzusammenbruch zu bewahren und auch wenn er nicht ganz die vorherrschende Stimmung vertreiben kann, so gelingt es ihm immerhin ein bisschen Optimismus zu verbreiten und konstruktiv zu denken.

 

Nach drei langen und inzwischen bitterkalten Stunden kommt endlich der Abschlepper. Wir vereinbaren, dass er uns nach Helsingoer zum Bahnhof fährt, damit wir dort ein Taxi nehmen können, dass uns mit all unserem Gepäck (!) mit der Fähre zum Hotel bringt. Anschließend bringt er das Auto dann zur einer Volvo-Werkstatt, sie sich nach dem Wochenende dann irgendwann bei Annika melden wird.

 

Wie durch ein Wunder findet Clemens einen Taxifahrer, der für diesen Plan bereit ist und dann heißt es „Auto ausladen“ und alles rein ins Taxi. Wie packt man, wenn man in ein Ferienhaus fährt? Richtig! Sehr umfangreich und vor allem stopft man so Dinge wie Bettwäsche, Handtücher, Jacken oder Schuhe lose in irgendwelche Lücken, dann rutscht das Gepäck auch nicht hin und her.

 

All diesen Kram stopfen wir so schnell wir können in den kleinen Taxi-Tesla und irgendwie bekommen wir alles unter. Kofferraum und die Rückbank neben Clemens sind vollgestopft, der Hund muss sich in den Fußraum vom Beifahrersitz zu Anniks Füssen quetschen. So fahren wir zur Fähre – die wir natürlich gerade verpassen. Zum Glück fährt sie aber alle 30 Minuten.

 

Während wir so sitzen und Warten fällt Annika plötzlich siedend heiß ein: Der EU-Pass vom Hund ist noch in der Mittelkonsole vom Volvo! Zwar hat Annika den Hund morgens noch online beim Zoll angemeldet, ohne Pass darf er aber trotzdem nicht einreisen. Da wir aber noch nie kontrolliert wurden, wird das wohl kein Problem sein und ändern kann man es jetzt auch nicht mehr.

 

Die kurze Überfahrt ist unspektakulär, jeder geht so seinen Gedanken nach. Als wir das Schiff verlassen, sehen wir: Alle Fahrzeuge werden vom Zoll kontrolliert! Scheinbar ist da gerade eine größere Aktion im Gange, denn neben den Zollbeamten steht auch ein mehrköpfiges Fernsehteam und filmt das ganze Procedere. Wieviel Pech kann man eigentlich haben?

 

Natürlich interessiert sie der Zollbeamte ausschließlich für den Pass des Hundes, unsere will er nicht sehen. In einem Gemisch aus Dänisch, Schwedisch und Englisch versuchen wir die Sache zu erklären. Als wir ihm die Anmeldebestätigung vom Zollamt zeigen, lässt er Gnade vor Recht walten und winkt uns tatsächlich durch. Puh!

Nun sind es nur noch 5 Minuten bis zum Hotel (einschließlich Umweg, weil der Taxifahrer sich kurz verfährt), dann alles aus dem Auto wieder auspacken. Was der Fahrer wohl heute Abend seiner Familie über die „komischen Deutschen“ erzählt?

 

Man kennt doch aus Hotels diese großen, mannshohen Gepäckwagen. Es bedarf zwei Fuhren mit so einem Ungetüm, bis wir alles oben im Zimmer haben! Mittlerweile geht es auf 21 Uhr zu und so essen wir im Hotelrestaurant schnell Fish and Chips (auch wenn uns der Appetit eigentlich vergangen ist), zerren den Hund eine Runde um den Block und fallen dann immer noch durchgefroren und völlig erschöpft ins Bett. Trotz der Müdigkeit wird es allerdings nur ein unruhiger Dämmerschlaf.

 

10.01.2026

Auf das ausgiebige Geburtstagsfrühstück, auf das wir uns im Vorwege so sehr gefreut hatten, haben wir beide keine Lust mehr. Gestern hatten wir einen frühen Slot gebucht, damit wir anschließend die Autovermietungen abklappern können. Denn weiter müssen wir ja irgendwie. Während Clemens also kurz vor acht unter der Dusche steht, wird es plötzlich stockdunkel – im Zimmer ist der Strom ausgefallen. Tolle Wurst! Noch was?

 

Annika geht runter zur Rezeption. Auf dem weg trifft sie noch andere Gäste, bei denen es ebenfalls keinen Strom mehr gibt, so sind wir wenigstens nicht alleine mit dem Problem. Der Portier verspricht sich schnell darum zu kümmern und wir gehen erst einmal zum Frühstück. Frei nach Pettersson und Findus gönnt sie Annika immerhin Pfannkuchen mit Sahne und Erdbeerkompott zu ihrem Ehrentag.

 

Während Annika mit dem Hund geht, organisiert Clemens ein Taxi, was uns zu SIXT bringen wird. Telefonisch hatte man uns zwar gestern mitgeteilt, man hätte keinen Wagen für uns, aber wir versuchen es trotzdem dort nochmal. Und siehe da, plötzlich gibt es doch ein Auto und sogar eines, in das unser Gepäck bequem hineinpasst. Mit einem brandneuen und äußerst schicken Volvo XC90 geht es also zurück zum Hotel. 

 

Wir haben zwischenzeitlich besprochen, dass es keinen Sinn macht, den Urlaub abzubrechen. Was mit Annikas Wagen ist, erfahren wir eh erst nach dem Wochenende und wenn man schon warten muss, dann kann man es sich dabei auch schön machen. Also die ganze Bagage wieder runter (das Gesicht des Portiers, als er das sieht, ist köstlich), einladen und ab nach Rydaholm! Ein kurzer Stopp beim ICA in Ljungby muss natürlich sein, dann empfängt uns das Häuschen im tief verschneiten Wald bei strahlendem Sonnenschein. Zum vorerst letzten Mal packen wir unser Gepäck aus und trinken dann erst einmal in Ruhe einen Kaffee.

 

Lange ruhen wir aber nicht, das Wetter ist zu schön, um es zu verpassen. Nicht weit vom Haus gibt es einen kleinen Fluss, an dem wir entlangspazieren und die Winterwelt um uns herum genießen. Es dämmert bereits (Sonnenuntergang ist um 15.45 Uhr), als wir wieder am Haus ankommen.

 

Dann gibt es Prinzessinnentorte und Geschenke. Von Clemens bekommt Annika Thermo-Trekkingsocken (ihr eigentliches Geschenk ist dieser Urlaub), die bei den Temperaturen treue Dienste leisten werden. Das zweite Geschenk ist von den Kolleginnen: Ein Puzzle mit einem Foto von James! Das wird nach dem Abendessen auf jeden Fall gleich ausgepackt und begonnen.

 

Zum Abendessen gibt es das, was es bei uns immer am ersten Abend gibt: Spaghetti Bolognese. Geburtstag hin oder her – Ordnung muss sein. Dann wird gepuzzelt. Ein Pling auf dem Handy kündigt die Nachricht an, dass es im Laufe des späten Abends Chancen auf Polarlichter geben wird. Auch wenn es schwerfällt, halten wir uns daher noch wach und schauen immer mal wieder in den Himmel gen Norden. Und tatsächlich, kurz vor Mitternacht verfärbt sich der Himmel lila und grün. Mit bloßem Auge kann man es gerade so erkennen, die Kameras nehmen das Spektakel natürlich noch viel intensiver wahr. Und so stehen wir eine knappe Stunde bei -15°C in „unserem“ Vorgarten und fotografieren den Nachthimmel. Farbenfroher und versöhnlicher kann ein Geburtstag wohl nicht enden. 

 

Gegen 2°° Uhr geht dann endgültig das Licht aus. Morgen ist Kaiserwetter angesagt, das wollen wir auf jeden Fall ausnutzen.

11.01.2026

Sonntag wachen wir dann – wie vorausgesagt – bei wunderschönem Sonnenschein und klirrender Kälte auf. Schön, dass es noch Dinge gibt, die nach Plan laufen!

 

Erst einmal wird gefrühstückt und dann fliegen wir eine Runde über das Grundstück und den Wald. Sonne und Windstille ist schon mal gutes Drohnenwetter. Im letzten Jahr sind wir zwar auch geflogen, der durchaus böige Wind hat schöne Aufnahmen allerdings deutlich erschwert und mit dem heutigen Ergebnis sind wir dann doch viel zufriedener.

Dann geht es auch schon los zu unserem Lieblingsziel, dem Bjukärr im Nationalpark Aasnen. Hier sind schöne Wanderwege und die kleine Halbinsel hat viel zu bieten.  Der Schnee und die zugefrorenen Seen sorgen für eine schöne winterliche Stimmung. Lauter Tierspuren kreuzen unseren Weg und wir versuchen diese zu bestimmen. Sie verraten viel darüber, was hier los ist, wenn gerade keine Menschen unterwegs sind.

 

Am Eingang treffen wir ein Ehepaar aus Bochum, die ein Haus in der Nähe besitzen und auch für das Bjurkärr schwärmen. Sie treffen wir immer mal wieder auf dem kurzen Rundweg und tauschen uns aus.  

 

Der Wald ist eine weiße Pracht und der Rundweg sehr kurzweilig. Auch James scheint ganz zufrieden mit dem ausgesuchten Ausflugsziel und findet allerlei Spuren, von denen wir noch nicht mal etwas ahnen. Vom lebendigen Wald mit Vogelzwitschern und Mäusen hinter jedem Stein, den wir aus dem Frühjahr kennen, ist allerdings nichts zu merken. Zwei Eisangler zeigen uns stolz ihren Fang (zwei Flussbarsche) und erzählen, dass der Seeadler wohl mehrere Runden über den See gedreht hat. Gesehen haben wir ihn leider nicht, aber konnten in dem kurzen Gespräch unsere schwedischen Sprachkenntnisse auffrischen.

 

Gleich neben dem Bjurkärr liegt die Landzunge Hunshult. Hier machen wir auch noch einen Stopp, um vom Steg aus über die zugefrorenen Seen zu blicken. Vom Parkplatz geht es ein kleines Stück an der Straße entlang und dann durch den Wald zum Schilfgürtel. Plötzlich ruft Clemens „Otter“ und richtig, ein Fischotter läuft quer über den See und sucht immer wieder Schutz in den kleinen Schilfinseln. Es braucht sicherlich keine Erwähnung, dass Annika gar keinen Fotoapparat dabei hat und Clemens das falsche Objektiv. Zwar wechselt er noch schnell auf etwas Langstreckentaugliches, doch als alles an seinem Platz ist, huscht der Otter ins Schilfdickicht am Ufer. Schade, dass kein Foto zustande kam, aber ein tolles Erlebnis allemal!

 

Dann knurrt uns so allmählich der Magen und wir statten „unserem“ ICA in Växjö einen Besuch ab. Zum Mittagessen bedienen wir uns an der dortigen Salatbar und zum Abendessen gibt es den Rest Bolognese.

 

Danach geht es noch einmal in den örtlichen Tiershop, wo Annika wieder ihr Schwedisch auf die Probe stellen und mit der Verkäuferin über Border Collies fachsimpeln kann. (Deutlich günstiger als Fachgespräche beim Tierarzt – siehe Tagebuch aus dem April 2025). James hat nun nämlich Gummisocken bekommen, damit er auch unfallfrei die etwas steile und sehr rutschige Treppe im Ferienhaus runterkommt. Er findet sie völlig überflüssig, wir sind aber jedes Mal froh, wenn er heil unten ankommt. 

Morgen soll das Wetter noch einmal gnädig sein, so dass wir sicherlich noch mal auf Tour sind, bevor das angekündigte Schmuddelwetter Einzug erhält.

 

Abends werden Bilder bearbeitet, es wird gespielt und die gemütliche Atmosphäre in unserem kleinen Schwedenhaus genossen. 

12.01.2026

Der Tag beginnt trüber und es ist weiterhin bitterkalt. Durch die Anstrengungen der letzten Tage und die doch relativ kurze Nacht lassen wir es langsam angehen und frühstücken erst einmal ausgiebig. Dann klingelt Annikas Handy. Die Werkstatt in Dänemark ruft an, um zu fragen, was sie denn mit dem Volvo machen sollen. Wir sagen, dass sie erst einmal schauen sollen, was überhaupt kaputt ist und dass wir dann weitersehen werden.

Auch die Versicherung ruft an und wir können schon einmal Grundlegendes zu Mietwagen- und Taxizuschuss klären. Wir sind sehr positiv überrascht über die Hilfen sowohl organisatorischer als auch finanzieller Art, die uns angeboten werden.

 

Um nicht den ganzen Tag zu vertrödeln, wollen wir bei der Wasseramsel vorbei schauen, die wir schon aus dem letzten Jahr hier kennen. Die Stelle ist nicht weit vom Ferienhaus entfernt und so packen wir unsere sieben Sachen. Kurz bevor wir losfahren wollen, ruft die Werkstatt wieder an – mit einer verheerenden Nachricht für Annika Auto. Der Zahnriemen ist gerissen und hat so ziemlich alles im Motor kaputt gemacht, was man kaputt machen kann. Eine Lösung wäre ein neuer Motor, was den Wert des Autos allerdings deutlich übersteigt. Und das würde das „Drumherum“ auch nicht jünger machen, immerhin hat der Wagen bereits 18 Jahre und 315.000km auf dem Buckel. Ob sie will oder nicht, Annika muss sich damit abfinden, dass ihr Auto nur noch einen letzten Weg auf den Schrottplatz macht.

 

Da die Situation nicht zu ändern ist und es auch nichts nützt, Trübsal zu blasen, fahren wir wie geplant zur Wasseramsel an die Åsenån. Und siehe da, sie ist sogar zu Hause. Währen Clemens auf einer Brücke Stellung bezieht, dreht Annika eine kleine Runde mit dem Hund durch den Tiefschnee. James ist, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Spyke, kein großer Freund von Schnee. Und dass er Herrchen allein lassen muss, gefällt ihm auch nicht. Erst als Annika ein Stöckchen findet und ein kleines Spiel mit ihm anfängt, ist er etwas abgelenkt.

 

Wieder vereint auf der Brücke, schauen wir den Wasseramseln (es sind wie im letzten Jahr zwei) noch etwas bei ihren Tauchgängen zu und begeben uns dann auf den Heimweg. Einen kleinen Stopp legen wir noch am See Furen ein, gehen dort auch ein paar Schritte, bis es schon wieder dämmert und wir über den ICA in Rydaholm (Abendessen besorgen) wieder zum Haus fahren.

 

Nach einer Fika und dem Sichten von Clemens Fotos wird weiter gepuzzelt. Es ist ein bisschen ein Puzzle aus der Hölle, da es zu 95% aus einfarbig ocker- und braunfarbigen Teilen besteht (ob das die Absicht meiner Helferinnen war, mich endgültig in den Wahnsinn zutreiben?), aber die besondere Schwierigkeit spornt auch enorm an und so versinken Clemens und Annika in ein meditatives Teilchensuchen. Als akustischen Hintergrund dient „Barmbek Bump“, eine Hörbuchserie vom Autor von „Frühstück bei Stefanie“ mit Bjarne Mädel und Olli Dittrich – sehr zu empfehlen!!!

 

Irgendwann meldet sich doch unser Magen und Annika zaubert Thaihunh mit Reis. Aus irgendeinem Grund vergessen wir das erste Mal, das Essen zu fotografieren, aber es schmeckt einfach köstlich (wenn auch etwas scharf). Dann puzzeln wir weiter, bis es endlich Bettzeit ist.

 

13.01.2026

Der Wetterbericht verspricht noch einmal schönes Wetter, wenn auch nicht so schön, wie in den letzten Tagen. Das merkt man schon daran, dass es erst so gegen 10 Uhr halbwegs hell wird. Die Sonne hält sich auch bedeckt, dafür ist es halbwegs hell. Und weil dem so ist, fährt Clemens nach dem Frühstück noch einmal zur Wasseramsel. Diese (genau genommen sind es zwei) wohnt nur wenige Kilometer nördlich von Rydaholm und lässt sich perfekt von einer Brücke aus beobachten. Es sind gleich mehrere Stellen links und rechts der Brücke, die gute Einblicke ins Revier ermöglichen. So dauert es auch nur wenige Minuten, bis sie sich auf einem Schnee- und Eisverzierten Stein zeigt und zu mehrfachen Tauchgängen ansetzt. Ich sehe ihr fasziniert zu und freue mich, dass ich ungefähr 8 Schichten Bekleidung anhabe und mein Mittagessen nicht aus dem Fluss ertauchen muss.

 

Heute sind die langen Brennweiten gefragt und es ist gut, dass das Licht den Einsatz ermöglicht. Verschiedene Winkel werden ausprobiert. Selbst einige Flugbilder gelingen. Die Zeit vergeht und die Speicherkarte füllt sich. Geht doch nichts über ein geduldiges Fotomodell. Gegen 14 Uhr verschwindet das Licht auch schon wieder und ich packe den Kram zusammen. Heimlich hoffe ich in den nächsten Tagen noch einmal einen Besuch bei Frau Amsel einrichten zu können.

 

Auf dem Rückweg geht’s dann noch einmal nach Rydaholm um etwas zum Mittagessen zu besorgen. Es gibt Bratwurst, Spiegelei und Baked Beans.

 

Annika ist derweil mit James am Haus geblieben. Sie verbringen den Tag mit Frisbee spielen, einem kleinen Hundeshooting im Schnee und der Autosuche auf mobile.de. Auch einige Telefonate mit Werkstatt und Versicherung liegen wieder an. Es ist halt doch etwas umständlicher, wenn ein Auto im Ausland seinen Geist aufgibt. Aber alles lässt sich irgendwie regeln.

 

Den Rest des Tages gehen wir ruhig an. Es müssen knapp 500 Bilder gesichtet und hochgeladen werden. Zum Abendessen gibt’s dann noch mal Thai. Sehr lecker, auch wenn es zu Annikas Leidwesen etwas nachgeschärft hat.

 

Ab morgen soll das Wetter deutlich schlechter werden. Wir sind aber sicher, dass wir in unserer gemütlichen Hütte im Wald nicht langweilig wird. 

 

14.01.2026

Die Prognosen stimmen. Aus dem Winterwonderland ist bei 3-4 Grad eine ziemlich glatte Matschepampe geworden. Immer wieder regnet es und wir sind nicht geneigt, die warme Hütte zu verlassen. Wir sind allerdings erstaunt, wie schnell die weiße Pracht dahinschmilzt. Immer wieder zucken wir zusammen, wenn der nasse Schnee das Dach heruntergleitet und der schöne schwedische Holzzaun hat seine weiße Haube verloren. Schwer vorstellbar, dass wir hier nur vor wenigen Tagen die Polarlichter bei -11 °C fotografiert haben.

Ab und an erbarmen wir uns und gehen mit dem Hund vor die Tür, um mit ihm Frisbee zu spielen. Sein derzeitiges Lieblingsspiel.

 

Stattdessen vertreiben wir uns die Zeit mit Annikas Geburtstagspuzzle und der Klärung von Versicherungsfragen, bzw. der Suche nach alternativen Fahrzeugen. 

Abends haben wir dann keine Wahl mehr. Wir müssen dringend einkaufen und der Hund sollte auch noch ein paar Schritte laufen. Da dies im Wald derzeit kaum möglich ist und auch die Straßen rundherum quasi unbegehbar sind, nehmen wir ihn mit nach Växjö. Erst gibt es eine Runde durch die Stadt, bei der der Hund zahlreiche schwedische Zuschriften lesen und beantworten muss. Er ist sehr gründlich dabei und lässt sich viel Zeit.

 

Anschließend geht es dann noch zum ICA, damit wir etwas zum Abendbrot bekommen. Es gibt Pfeffersteaks mit Pilz Soße und den restlichen von Weihnachten übriggeblieben Klößen, die wir aus Roikier mitgenommen hatten. Wie immer ein Genuss! Auch der Hund verschlingt die mitgebrachten Hühnerherzen, so dass wir alle satt und zufrieden ins Bett fallen. Morgen ist ein neuer Tag, auch wenn der Wetterbericht keine Besserung voraussagt.

15.01.2026

Der Blick aus dem Fenster besagt auch heute, dass der Wetterbericht richtig liegt. Diesmal sind es 3° C und der Schnee (oder das was von ihm übriggeblieben ist), verschwindet immer mehr. Trotzdem möchten wir heute mal wieder raus.

 

Wir beschließen ins ca. 30 Km entfernte Värnamo zu fahren und dort das Apladalen zu besuchen, ein Freilichtmuseum mitten im Ort. Wir haben schon mehrere solcher Hembygdsgaarde angesehen und insbesondere Annika hat ihren Gefallen daran gefunden. Heute haben wir allerdings zwei einschränkende Faktoren, die uns auf unserem Weg begleiten. Erstens ist der komplette Weg vom Parkplatz über das Gelände eine einzige Eisbahn und insbesondere Clemens kommt ordentlich ins Rutschen, was wiederum seinem Rücken nicht wirklich gefällt. Wir wundern uns, wie fix andere Spaziergänger unterwegs sind und stellen fest, dass die meisten von ihnen (unter anderem die, die ernsthaft bei diesem Wetter am Joggen sind) Spikes unter den Schuhen haben. Wir beschließen, wenn wir die Runde lebend überstehen, uns auch solche zu besorgen.

 

Der nächste einschränkende Faktor ist, dass das Gelände sehr trostlos ist. Alles ist zu und verrammelt und wirklich Spannendes ist nicht zu sehen. Da kennen wir bessere Beispiele (z.B. Askersund) wo es trotz trüben Wetters schön zum Spazieren und sich Umschauen war.

Nachdem wir uns wieder zum Auto gerettet haben, geht es zum ICA Kvantum in Värnamo, wo wir uns mit Spikesohlen ausrüsten. Das macht einen weitaus besseren Eindruck. Wir bemerken aber schnell, dass Pinguingang hungrig macht. Wir suchen also den örtlichen „Rosegarden“ auf, eine Kette, die ein sehr vernünftiges China-Buffet anbietet. 

 

Satt und zufrieden geht es dann wieder in die heimische Hütte, die wir am heutigen Tag auch nicht mehr verlassen. Gut, dass wir im Kühlschrank noch Dorschfilets und Kartoffelsalat haben. Ein sehr vernünftiger und schmackhafter Tagesausklang.

 

Nach dem Essen spielen wir noch ein EXIT-Spiel, da Annika der Meinung ist, wir bräuchten mal eine Puzzlepause. Aus unerfindlichen Gründen sind wir sehr erfolgreich mit dem Rätseln und schließen den Fall um die Raubserie im Zirkus nach nur eineinhalb Stunden erfolgreich ab. Dann ist Bettzeit.

 

16.01.2026

Der Wettergott ist uns noch immer nicht gewogen. Trotzdem brechen wir nach dem Frühstück zur Vartorps kvarn auf, einer alten Wassermühle. Als wir ankommen, sind wir froh, dass wir unsere neuen Spikes eingepackt haben. Der Weg ist spiegelglatt und so finden wir wenigstens etwas mehr Halt am Boden. 

 

Die Wassermühle ist ganz hübsch und auch der Fluss und der sich daran anschließende See sind ganz nett anzuschauen. Die großen Fotomotive bleiben allerdings aus. Wir finden jedoch wieder relativ frische Fischotterspuren, die selbst der Hund (geruchlich) interessant findet. Der Verursacher selbiger lässt sich allerdings nicht blicken.

 

Einen Wanderweg oder ähnliches gibt es hier allerdings nicht und so wollen wir noch ein kleines Stück weiter zu einer Eremitenkirche fahren. Der Wanderparkplatz, von dem aus der rund 2km lange Weg abgehen soll, ist allerdings nicht befahrbar und so schlagen wir den Heimweg ein. So langsam setzt auch schon wieder die Dämmerung ein (war es heute überhaupt mal hell?) und am Abend wollen wir noch einmal nach Växjö.

 

Zu Hause wartet natürlich wieder das Puzzle und wir versinken wieder in der bereits bekannten Meditation. Zum nebenbei hören gibt es nun Thorsten Sträter – das passt irgendwie ganz gut. Während Clemens irgendwann dann doch noch eine kurze Siesta macht, ist Annika nun nicht mehr zu stoppen. Es fehlt nur noch ein kleiner Teil, allerdings sehen mittlerweile alle Puzzlestücke gleichfarbig aus. Aber nach dem Motto „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ schafft sie es schlussendlich und setzt das letzte Teilchen an seinen Platz! Whoop Whoop!!

Auch kleine Erfolge müssen gefeiert werden. Also nichts wie auf nach Växjö. Zuerst geht es in den Buchhandel, wo Annika noch einen schwedischen Roman ersteht, und dann geht es weiter zum? Richtig! Inder! Auf Wunsch eines einzelnen Herren… Dafür, dass es mehr nach Imbiss als nach Restaurant aussieht, ist es erstaunlich lecker und so fahren wir gut gesättigt wieder nach Bräkentorp, wo unser Hund uns schon sehnsüchtig erwartet. Seinem Ansinnen, im stockdunklen noch ein bis zwei Ründchen mit dem Frisbee zu spielen, kommen wir allerdings nicht mehr nach.

 

Nach unserer gestrigen Rätselgenialität versuchen wir uns an diesem Abend an einem weiteren ESCAPE-Spiel, welches uns jedoch nicht ganz so leicht von der Hand geht (muss am Spiel liegen!). Der Hund unterstützt uns dabei natürlich, so gut er kann.

 

Und schwups ist schon wieder ein Tag um. Den Wetterbericht für morgen erwähnen wir einfach nicht.

 

17.01.2026

7 Uhr, die Blase drückt aber das Bett ist noch so warm… aber hey, Mutti scheint auch wach zu sein. Dann stehe ich halt auch kurz mit auf, hebe schnell mein Beinchen und dann wieder ab ins Kuschelbett.

Och nöööö, nun kommt Mutti wieder mit diesen doofen Socken. Ich hasse die Dinger und stelle mich immer extra dämlich an, wenn sie versucht, sie mir anzuziehen. Angeblich darf ich aber ohne sie nicht die Treppe runter. Mist, und die Blase drückt nun doch ganz schön dolle. Na gut, dann eben mit Socken. Unten schaue ich dann einfach so unglücklich, damit mir Mutti die Dinger gleich wieder auszieht.

 

Herrlich, so erleichtert kuschelt es sich doch nochmal viel schöner mit meinen Eltern. Ich schlummere jetzt noch ne Runde!

 

9 Uhr. Wollen die echt schon aufstehen? Na gut, vielleicht stehen sie ja nur auf, um meine Scheibe zu werfen. Bestimmt stehen sie nur deshalb auf! Welchen anderen Grund sollte es auch geben?! Damit sie es nicht vergessen, könnte ich mich ja mal demonstrativ vor das Regal legen, wo die Scheibe liegt. Guter Plan!

Hallo? Hallooohooo!!! Hier liegt das Ding! Nicht dran vorbei gehen!! Wie jetzt, Frühstück? Ich will spielen! Okay, okay, Mutti kommt, sie geht in meine Richtung, sie greift ins Regal und… holt mein Geschirr und meine Leine raus. Hmmm, Spazieren ist natürlich auch nicht schlecht.

 

Erstmal fahren wir aber gaaaanz lange in diesem komischen Hundekennel, der nicht nach dem roten Kennel von Mutti riecht und der auch ganz anders aussieht. Den roten mochte ich, da konnte ich immer prima rausgucken. Bei dem hier ist alles so hoch, dass ich gar nichts richtig sehe.

 

Dann kann ich doch ein Ortsschild lesen: „Eksjö“. Hat Opa Flensburg davon nicht immer erzählt? Dass er da auch immer hinfährt? Dann muss das hier ja schön sein! Also nichts wie raus, die Nase gespitzt und genug Reserven für das Beinheben gesammelt.

 

Jo, ist wirklich schön hier. Überall bunte Holzhäuser, an deren Ecken es wunderbar duftet. Man gut, ich habe Mutti heimlich immer beim Schwedisch lernen zugehört, dann kann ich die 1000 Nachrichten meiner Artgenossen viel besser verstehen und beantworten. Ganz schön aufregend! Da bin ich sogar gnädig und pose einmal für Frauchen.

 

Dann ein Schreck: Mama will Papa einfach in der fremden Stadt aussetzen und mit mir durchbrennen! Ich verliere ihn aus den Augen und schon sind wir wieder am Auto – nur Mama und ich. Ich muss einsteigen und Mama sagt, sie käme gleich wieder. Hoffentlich hat sie es sich anders überlegt und geht nun Papa suchen! Oh man, ich will nicht Halbwaise oder so werden!!

 

Nach Tagen (!!!) kommt Mama endlich zurück und – welche Freude – sie hat Papa mitgebracht! Sie riechen komisch. Kaffee kann ich erkennen, aber da ist noch ein sehr penetranter süßer Duft mit bei. Sie sagen so etwas wie „Semla* wäre nichts für Dich gewesen“ zu mir, was auch immer das heißen mag.

 

Dann wir es wieder laaaaangweilig. Autofahren, warten, während die Eltern einkaufen und dann wieder Autofahren.

 

Als wir wieder zurück sind, erinnere ich die beiden dezent, wie es nun mal meine Art ist, daran, dass da noch besagte Scheibe im Regal liegt, die heute noch gar nicht geflogen ist… Papa meint, es sei zu dunkel, aber Mama hat ein Einsehen und wirft sie mir dann doch noch einige Male. Wie immer natürlich zu kurz, aber man will ja nicht meckern.

 

Anschließend bekomme ich Abendessen (Hundefutter mit einer Extraportion Käse) und die Alten hacken auf diesem komischen Kasten herum, aus dem manchmal auch Bilder und Musik kommen. Ich glaube, sie nennen das „Tagebuch schreiben“. Sollen sie. Ich verdaue jetzt und träume von den Hundenachrichten aus Eksjö.

Apropos Verdauung: Meine Menschen machen sich natürlich auch noch was zu Essen und ich kann da richtig gut was abstauben, hihi. Pilzravioli mit Schweinegeschnetzeltem. Man gut, Mama ist so krütsch und pariert das Fleisch immer so großzügig.

 

Danach spielen meine Menschen noch und ich rolle mich unter dem Tisch zusammen und lasse den Tag im Geiste Revue passieren. Gute Nacht!

 

*Semla: Süßes Hefebrötchen mit Kardamom, gefüllt mit Mandelmasse und Sahne; typisches Fastengebäck in Schweden, Finland und Estland

18.01.2026

Es ist Sonntag. Das Wetter ist wieder einmal mittelprächtig. Trotzdem zieht es uns raus zu einer kleinen Tour, auch damit James etwas Bewegung bekommt. Nach der langen Tour nach Eksjö ist uns auf jeden Fall nicht mehr nach langen Autofahrten, auch wenn uns beiden der Leihwagen ganz gut gefällt. Wir wollen uns aber auch nicht zu sehr daran gewöhnen.

 

Die Wahl fällt auf Yxkullsund Naturreservat. Einem schönen Fleckchen am See Furen, Hier gibt es drei sehr überschaubare Wanderwege und wir entscheiden uns für den Mittleren. Den Weg zur Ekudden. Schon recht bald kommen wir jedoch an eine provisorische Absperrung. Anarchistisch wie wir sind, klettern wir zunächst darüber und sind überzeugt, das Richtige getan zu haben. ES dauert jedoch nur ein paar Schritte, bis wir uns auf einer reinen Eisfläche wiederfinden. Also hatte die Absperrung vielleicht doch einen Sinn? Also geht es wieder zurück und auf den alternativen Weg. Dieser erweist sich als sehr schön und führt an einer zugefrorenen Bucht entlang und durch sehr verwunschenen Wald.

 

Da das Fotografieren in diesem Urlaub ohnehin etwas zu kurz gekommen ist und das Leserfoto im Naturfoto-Magazin im April Flechten und Moose heißt, tobt Clemens sich hier aus. Die Bäume sind wunderschön mit Moos bewachsen und überall hängen attraktive Flechten von den Ästen. Ein wahres Foto-Eldorado.

 

Den weiteren Tag lassen wir ruhig angehen. Zum Abendessen gibt es noch einmal Ravioli mit Pilzen. Es ist einfach zu schön, dass es in Schweden immer eine relativ große Auswahl an frischen Pilzen gibt. Zum Nachtisch gibt es Grießbrei. Eas kann schlechter gehen.

 

Da wir ja nun schon seit 2 Tagen nicht mehr gepuzzelt haben gehen wir jetzt das Exit-Puzzle an, das Annika zu Weihnachten bekommen hat. Hier gilt es ein 500 Teile Puzzle fertig zu stellen (natürlich mit Thorsten Sträter als Begleitung) und anschließend Rätsel dazu zu lösen. Sehr unterhaltsam und da wir so in Übung sind, geht uns beides leicht von der Hand. 

Montag, 19.01.2026

Annika wacht um 4:10 Uhr durch ein lautes Poltern und einen Schrei auf. Clemens ist (im Halbschlaf?) die Treppe hinuntergefallen, für die der Hund so tolle Stopper-Socken hat. Glücklicherweise ist neben einem großen Schreck und einer Reihe von blauen Flecken an Hand, Arm und Rücken nichts Schlimmes passiert. Also noch mal ab ins Bett und dort bis nach neun weitergeschlafen.

 

Das Wetter ist nicht so gut wie versprochen und so beschließen wir, dass der Hund ein Frisbee Training bekommt und wir nur kurz nach Växjö fahren, um einen letzten Einkauf zu machen. Denn am späten Nachmittag/frühen Abend kommt Kalli, Annikas Stiefvater, um uns und all unseren Habseligkeiten wieder nach Hause zu bringen.

 

So ist es dann auch. Kalli kommt kurz nach 17 Uhr und bringt auch einen Anhänger mit. So kriegen wir alles unter und können auf dem Rückweg auch noch den Volvo ausräumen, der in Helsingör steht.

Der Abend ist kurzweilig. Wir packen schon mal grob alles zusammen, so dass es am nächsten Morgen zeitig losegehen kann.

 

Zum Abendessen wird noch einmal groß gekocht. Annika macht ihre legendären Köttbullar mit Pilzrahm und dazu gibt es Clemens‘ Kartoffelpüree und Lingonsylt (Preiselbeeren). Es schmeckt hervorragend. Dann schnacken wir noch ein bisschen und gehen schließlich nicht allzu  spät ins Bett. Während sich Clemens immer noch nach oben traut nächtigt Kalli auf dem Sofa.

 

20.01.2026

Es ist Abreise angesagt. Während in der Heimat in der vergangenen Nacht noch einmal spektakuläre Polarlichter zu sehen waren, blieb der Himmel über Brekentorp leider bedeckt. So fiel die nächtliche Fotosession aus.

 

Nach einem Restefrühstück, bei dem auch das restliche Kartoffelpüree mit Soße und die Köttbullar nicht fehlen dürfen, machen wir uns an das Ausräumen des Hauses und das Einräumen des Anhängers. Gegen 10.30 Uhr rollen wir schließlich vom Hof.

 

Der erste Zwischenstopp ist in Helsingborg, um den Mietwagen wieder abzugeben, dann geht es mit der Fähre rüber nach Helsingör, wo wir zum Volvo fahre. Allerdings fahren wir zunächst zur falschen Werkstatt, was uns eine unfreiwillige Rundfahrt beschert.

 

Schließlich finden wir dann doch die richtige Werkstatt und Annika räumt schweren Herzens ihren geliebten Wagen endgültig aus. Dank des Anhängers haben wir keine Platzprobleme und können Kleinkram wie auch die Hundebox zügig verladen. Ein letzter Blick noch auf den Volvo und dann geht es endgültig in Richtung Heimat.

 

Um Kopenhagen ist die Fahrt sehr zäh, wir stecken etwas im Berufsverkehr fest, aber danach geht es zügig voran – so zügig, wie man eben mit einem Anhänger vorankommt. Es dämmert bereits stark, als wir an der Storebeltbrücke ankommen und eine kleine Rast einlegen. Die immer noch reichlich vorhandenen Köttbullar dienen als willkommener Snack.

 

Gegen 20.30 Uhr erreichen wir Roikier. Der Hänger wird abgekuppelt und entladen, Kalli verabschiedet sich nach Flensburg. Er hat sich den „Feierabend“ mehr als verdient!

 

Ein ereignisreicher Urlaub geht zu Ende. Und wer weiß, mit welchem Auto wir im Mai wieder gen Schweden aufbrechen?! Ihr werdet es spätestens im nächsten Reisetagebuch erfahren!

ENDE

 

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